Was haben die Tennisspielerin Serena Williams, der Unternehmer Richard Branson, der Musiker Jay-Z und der ehemalige Basketballspieler Shaquille O’Neal gemeinsam? Sie alle sind mit einem Teil ihres Vermögens in einer „Special Purpose Acquisition Company“, kurz SPAC, involviert. Doch was genau ist ein SPAC und was hat es mit dieser neuartigen Investitionsmöglichkeit auf sich?
Bei den vier Buchstaben handelt es sich um einen leeren Unternehmensmantel, der über ein Initial Public Offering (IPO) Geld von Investoren einsammelt, um anschließend Übernahmen von privaten Firmen zu tätigen. Das eingesammelte Kapital wird vorübergehend auf ein Treuhandkonto einbezahlt und in US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit investiert. Verantwortlich für das Ganze ist ein Sponsor, der die Akquisition innerhalb von zwei Jahren tätigen soll. Da die Geldgeber nur wenig über das Übernahmeziel des Initiators wissen, wird quasi ein Blankoscheck ausgestellt. Deshalb werden SPACs im Fachjargon auch „Blankoscheck-Firmen“ genannt. Falls ein Investor frühzeitig wieder aussteigen möchte oder die Übernahme im vorgegebenen Zeitraum nicht vollzogen wurde, kann das eingezahlte Kapital wieder zurückgefordert werden.
Momentan erlebt diese spezielle Form des IPOs in den USA einen regelrechten Boom. Allein im Jahr 2020 wurden 250 Börsengänge im Gegenwert von rund USD 83 Mrd. verzeichnet und in den ersten zwei Monaten des aktuellen Jahres wurden bereits USD 70 Mrd. umgesetzt. Nun kommt der Trend nach Europa, wo er eine Art Renaissance erlebt. Denn in Deutschland gab es den ersten SPAC bereits im Jahr 2008. Der Kauf hat sich für die Investoren allerdings nicht ausbezahlt – die übernommene Firma konnte sich damals am Markt nicht behaupten.
Durch einen SPAC findet ein Unternehmen, welches an die Börse will, relativ schnell und kostengünstig den Weg an die Kapitalmärkte. Dies ist ein klarer Pluspunkt. Die Auswahl des richtigen Unternehmens stellt sich allerdings in den meisten Fällen als schwierig heraus. Hier sind besondere Erfahrungen und Kenntnisse des Sponsors gefragt. Vor einer Investition sollten Investoren daher genau die zur Verfügung stehenden Kriterien überprüfen. Denn schließlich wird quasi „die Katze im Sack“ erworben.