In der digitalen Welt gilt die klare Regel „The winner takes it all“ – bedeutet, dass einige wenige große Firmen wie Alphabet, Amazon, Facebook und Co. den Markt kontrollieren und auf Grund ihrer Netzwerkeffekte das stärkste Wachstum vereinen. Die dominanten Marktfirmen sind dabei fast ausschließlich in den USA beheimatet – allerdings wird die Konkurrenz nun härter: Chinesische IT-Giganten wie Alibaba, Baidu und Tencent konkurrieren in immer mehr Märkten mit den US-Firmen und verstärken ihren globalen Fußabdruck.
Ursprünglich waren die Grenzen klar getrennt: Die chinesische Regierung blockiert seit Jahren US-Seiten wie Google und Facebook und unterstützte private Unternehmen beim Aufbau heimischer Services, welche im Endeffekt den US-Ablegern stark ähneln. Gleichzeitig hielten sich die chinesischen Firmen lange Zeit aus dem US-Markt heraus. Mit dem wachsenden Selbstbewusstsein der chinesischen IT-Giganten ändern sich nun aber die Spielregeln: Dank prall gefüllter Bankkonten erweitern Alibaba & Co. im Rekordtempo ihr Portfolio und preschen in immer mehr Länder vor, wo sie auf die US-Konkurrenten treffen. Länder mit einer riesigen Bevölkerungsanzahl wie Indien, die Philippinen und Brasilien entwickeln sich zum Spielplatz der globalen IT-Superkonzerne. Nicht umsonst ist eine der Kernforderungen von US-Präsident Trump im aktuellen „Handelskrieg“ mit China der stärkere Schutz von US-Internetpatenten und geistigem Eigentum. Dass die Zeiten für die US-Konzerne härter werden, zeigt der Start-up-Markt: Alleine Tencent und Alibaba sind an 43 % aller asiatischen „Unicorns“ (Start-ups mit einem Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar) beteiligt – das Wachstum der Zukunft dürfte also gesichert sein. Auch ist der E-Commerce-Markt in China deutlich größer als in den USA: Für jenen Umsatz, welcher in China online in 10 Tagen erzielt wird, brauchen die US-Firmen mehr als drei Wochen.
Für die erfolgsverwöhnten US-Internetfirmen bricht somit eine Ära mit härterer Konkurrenz an. Wer den chinesischen Rivalen eine stärkere globale Präsenz zutraut, sollte sich Namen wie Tencent oder Alibaba für sein Portfolio notieren.